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Bericht über den Weltmarkt mit Edelmetallen für 3. Quartal des Jahres 2019

Drittes Quartal des Jahres 2019 war für den Markt mit Edelmetallen eines der interessantesten im letzten Jahrzehnt. Das Metall, das die Hauptrolle spielte, war wieder Gold. Auch weiterhin erfüllen sich da unsere Voraussetzungen, dass dieses Jahr, sowie kommende Jahre zu Jahren des Golds werden. 

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1. Oktober 2019, Prag - Den höchsten Wert verzeichnete Gold Anfang September, als es die Grenze von 1 550 USD für eine Feinunze überwand. Es besteht jedoch immer noch genügend Raum für seine weitere Stärkung. Vergessen wir nicht, dass sein höchster Preis bei der Grenze von 1 900 USD für eine Unze lag, und das ist der Preis schon vom Jahre 2011. Es ist offensichtlich, dass bei der nächsten Gold-Rallye, die sehr bald erfolgen kann, das 2011-Dollar-Maximum weit überschritten sein wird. In Tschechischen Kronen steht ein Wachstumsraum gegen beinahe 300 000 CZK pro ein Kilo offen. Analytiker sind auch solcher Ansicht, dass der Preis einer Feinunze in tschechischer Währung in folgenden Jahren die Grenze von 100 000 CZK überwinden kann. 

Was bringt Gold in den Vordergrund von Interesse?

Niedrige Renditen von Staatsobligationen. Die Staatsobligationen sind für einen der sicheren Schutzhäfen gehalten. Zurzeit bringen sie jedoch keine Einnahmen, respektive die Gläubiger zahlen bei immer größerer Menge von Staatsobligationen dafür, dass sie dem Staat ihr Geld verleihen können. Die Obligationen in Wert von beinahe 17 Billionen US-Dollar, fast ein Drittel des globalen Schuldenmarktes, weisen zurzeit negative Renditen aus. 
 
Niedrige Zinssätze. Die Amerikanische Zentralbank begann wieder ihre Zinssätze zu senken um eine Rezession zu verhindern. Es gibt jedoch nicht mehr genug Spielraum dafür, die Zinsen liegen bei einem Prozent. Es geht aber nicht nur um Amerika. Ihre Geldpolitik lockern auch andere Zentralbanken – Europäische Zentralbank, Bank of England, Bank of Japan, Australien, Neuseeland, Brasilien, Russland, Indien, China, Hong Kong, Südkorea, Indonesien, die Republik Südafrika und die Türkei.
 
Geschäftskrieg zwischen den USA und China. Zugunsten von Gold sprechen derzeit auch andauernde Schießereien zwischen den USA und China. Sehr real ist aber auch die Gefahr der Einführung von Handelszöllen gegen europäische Automobilhersteller, was insbesondere der stärksten EU-Wirtschaft – dem Deutschland – schaden würde. Dies würde wiederum die kleineren Volkswirtschaften Europas in eine Rezession treiben.
 
Vor allem diese drei Gründe beschleunigten den Einkauf von Gold seitens der Zentralbanken. Die versuchen, Dollarreserven loszuwerden und sie durch Gold zu ersetzen. Massiv kaufen Russland und China und ihnen schlossen sich Ungarn und auch Polen an. In der ersten Jahreshälfte kauften die Zentralbanken beinahe 400 Tonnen von gelbem Metall ein und es wird angenommen, dass sie im Verlauf des ganzen heurigen Jahres mehr als 700 Tonnen kaufen. Höchstwahrscheinlich wird so auch das vorige Jahr übertroffen, das als ein Jahr eingeschrieben ist, innerhalb dessen von Zentralbanken die größten Einkäufe in den letzten 50 Jahren getätigt wurden. 
 
All die oben erwähnten Gründe sprechen für Gold und kein einziger scheint jetzt gelöst oder beendet werden zu können, im Gegenteil. Bereits in einem Jahr wird in den USA ein Präsident gewählt und es ist klar, dass im Schatten einer Wahlkampagne unüberlegte Schritte und Erklärung von Donald Trump eher eskalieren werden anstatt sich zu beruhigen. Auf jeden Fall ist es auch keine normale Situation, wann der Gläubiger dafür bezahlt, dass er später jemandem Geld verleihen kann. Etwas solches war noch nie in der Geschichte da und bestimmt ist dies kein Hinweis auf die Normalität des derzeitigen Finanzsystems. Der Vorgang der Zentralbanken sollte zu einem Beispiel werden. Sie sichern sich durch höhere Goldkäufe. 
 

Edelmetalle im dritten Quartal des Jahres 2019

 
Gold
Silber
Platin
Palladium
Höchster Preis USD / Unze
1 557,25
19,62
996,00
1 702,00
Datum
4. 9. 2019
4. 9. 2019
4. 9. 2019
30. 9. 2019
Niedrigster USD / Unze
1 381,75
14,875
805,00
1 375,20
Datum
1. 7. 2019
5. 7. 2019
 9. 7. 2019
2. 8. 2019
Gold
Höchster Preis USD / Unze
1 557,25
Datum
4. 9. 2019
Niedrigster USD / Unze
1 381,75
Datum
1. 7. 2019
Silber
Höchster Preis USD / Unze
19,62
Datum
4. 9. 2019
Niedrigster USD / Unze
14,875
Datum
5. 7. 2019
Platin
Höchster Preis USD / Unze
996,00
Datum
4. 9. 2019
Niedrigster USD / Unze
805,00
Datum
9. 7. 2019
Palladium
Höchster Preis USD / Unze
1 702,00
Datum
30. 9. 2019
Niedrigster USD / Unze
1 375,20
Datum
2. 8. 2019

 

Gold – setzte seinen Wachstumskurs fort. Das Metall stärkte das ganze Quartal über und überwand die Grenze von 1 557 USD für eine Feinunze. Der Hauptpreisbeschleuniger war vom Anfang September der Börseneinbruch auf Aktienmärkten – der Dow-Jones-Index lag nahe der Grenze von 26 000 Punkten. Der Durchbruch dieser Grenze erfolgte nicht, darum stabilisierte sich der Goldpreis um die Grenze von 1 500 USD für eine Feinunze. Immer noch sind wir jedoch weit von Höchstpreisen entfernt, sodass es hier einen bedeutenden Raum für ein weiteres Wachstum gibt. Wir empfehlen, Gold zu halten und zu kaufen.

Silber – Hand in Hand mit Gold rückte auch Silber vorwärts, das die Grenze von 19,50 USD für eine Unze überwand, es gelang ihm jedoch nicht die psychologische Barriere von 20 USD zu brechen. Silber steht am Scheideweg. Einerseits drängt es der steigende Goldpreis, andererseits behindern es im Wachstum Ängste vor Beginn der Rezession der Weltwirtschaft. Unsere Empfehlung für das nächste Quartal lautet: halten, nicht verkaufen.

Platin – reagierte auf die Ankündigung von Sibanye-Stillwater, eines der größten Förderer von Platin in Südafrika, dass er infolge der Abbauoptimierung bis zu 5 000 Mitarbeiter entlassen werde und dass er den Abbau in den verlustbringenden Minen reduzieren werde. Nicht einmal dieser Rückgang auf der Seite des Angebots trug jedoch dazu bei die Grenze von 1 000 USD für eine Unze zu brechen. Eine Hoffnung für Platin ist das Schmuckwesen. Die Gesellschaft Chow Tai Fook, einer der größten Juwelier in China, soll ihre rein Platin-Kollektion vorstellen. Ihr Erfolg könnte den Anstieg der Popularität von Platinschmuck in ganz Asien auslösen, was anschließend die Nachfrage nach diesem Metall beeinflussen würde. Unsere Empfehlung ist Platin zu halten.
 
Palladium – profitiert weiterhin vom Rückgang der Dieselmotoren und deren Ersatz durch Benzin. Das Zögern der traditionellen Autohersteller, in welche Richtung sich die Industrie begibt – ob elektrischer oder Wasserstoffantrieb – spielt ihm weiterhin zu. Auch hier werden den Preis jedoch immer mehr Ängste vor der Rezession der Weltwirtschaft und damit verbundener Rückgang der Autoverkäufe beeinflussen. Dem Preis von Palladium spielte im September China zu, das seine Emissionsgrenzwerte verschärfte, sodass eine größere Nachfrage nach dem Metall zu erwarten ist. Trotz dieses gesetzgeberischen Drucks erwarten wir jedoch, dass der Preis nicht mehr stark ansteigen wird. Daher empfehlen wir den Verkauf von Palladium.

 

Mgr. Libor Křapka
Geschäftsführer von IBIS InGold®, a. s.